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Photovoltaik in Detmold
In Detmold gibt es eine Vielzahl von Photovoltaikanlagen, mit denen solarer Strom erzeugt wird. Manche Anlagen speisen ihren Strom nur ins öffentliche Netz ein, andere nutzen den selbst erzeugten Strom ganz oder teilweise selbst. Die Kosten und Einspeisebedingungen, Bauzuschüsse und Besteuerung für PV-Anlagen ändern sich regelmäßig. Zu  Kosten und Nutzen sind hier deshalb keine allgemein gültigen Angaben möglich.

Wieviel Sonne in Detmold scheint und wieviel Strom mit solchen Anlagen in Detmold gewonnen werden kann, kann man anhand der Ertragsdaten vorhandener Anlagen präzise ermitteln, wenn diese ihre Erzeugung protokollieren und die Daten bereit stellen. Auf dem Gebäude, in dem das Büro der Detmolder Energieberatung untergebracht ist, ist seit Herbst 2013 eine PV-Anlage installiert. Seit 26.6.2014 läuft dort auch eine Verbrauchserfassung, die ihre Daten in eine für Jedermann zugängliche Datenbank einspeist.

Hier finden Sie die Basisdaten dieser Anlage sowie die Tagesleistungskurven und Ertragsdaten ab 26.06.2014.

Die PV-Anlage in der Sachsenstr. 27 in Detmold hat folgende Merkmale:

  • Das Dach und die PV-Anlage haben 30° Neigung.
  • Das Dach zeigt nicht genau nach Süden, sondern etwa 25° Richtung Westen ab.
  • Die PV-Anlage ist ganz oben am First montiert und wird von den Nachbarhäusern fast nie verschattet.
  • Die PV Anlage hat 9 Module Typ REC 255 PE mit je 1,65 m², ist also insgesamt 14,85 m² groß.
  • Die Module haben eine Gesamt-Nennleistung von 2,3 kW(el).
  • Als Wechselrichter ist ein SMA Sunny Boy Typ SB 2100 TL eingebaut.
  • Die Daten werden  über das Internet zu SMA übertragen und dort gespeichert.
  • Die PV-Anlage erzeugte in 2016 insgesamt 2200 kWh Strom (2015: 2400) . Davon wurden etwa 50 % eingespeist und 50 % selbst genutzt. Die Anlage speist in den Stromkreis des Gewerbebetriebs im EG ein, aus dem neben Büro und Werkstatt auch die Heizungspumpen, das Treppenhaus- und das Kellerlicht versorgt werden. Unser Gesamt-Stromverbrauch lag in 2015 bei 1850 kWh/a, davon waren 650 kWh/a Strombezug und 1.200 kWh/a selbst genutzter PV-Strom. Damit hatten wir in 2015 einen relativ hohen Eigenverbrauchsanteil. 
Die monatichen Erträge im Betriebsjahr 2016 zeigt das folgende Diagramm. Im Hochsommer waren es um 300 kWh pro Monat bzw. im Mittel ca. 10 kWh pro Tag, in den ältesten Wintermonaten waren es dagegen nur 50-70 kWh/Monat bzw. bzw. 1,5-2,5 kWh pro Tag. An den ertragreichsten Somertagen waren es bis zu 13 kWh pro Tag, ab wolkigen Wintertagen teils nur 0,5 kWh pro Tag. Man erkennt daran vor allem, dass die PV sich nicht für eine winterliche Wärmeversorgung eignet, da sie gerade im Winter nur sehr wenig Ertrag hat.

Die Anlage wurde von Firma Wewers Solartechnik aus Lage im November 2013 installiert und hat  4.488 € inkl. MwSt. gekostet. Das entspricht 1.956 € pro kW bzw. 302 € pro m² (inkl. Montage, Wechselrichter und Verkabelung bis zum Zählerschrank). Bei einem Strompreis von ca 28 Ct/kWh, einer Einspeisevergütung von 14 Ct/kWh und etwa hälftiger Eigennutzung und hälftiger Einspeisung hat sie in 2016 etwa 336 EUR Strombezugskosten gespart und 160 € Einspeisevergütung erwirtschaftet, wovon ca 10 EUR Messgebühr sowie ggf. weitere Steuern und Abgaben abgehen. Bei uns dürfte sich die Anlage - so alles gut weiter läuft - in etwa 9 Jahren amortisieren.

Lohnt sich ein Batteriespeicher ?
Wir haben geprüft, ob sich für uns ein Batteriespeicher lohnen könnte, mit dessen Hilfe wir tagsüber anfallenden Übeschussstrom auch vor Sonenaufgang und nach Sonnenuntergang nutzen könnten. Von den 1200 kWh/a, die wir bisehr einspeisen, könnten wir maximal 600 kWh nutzen, da wir gar nicht mehr Strom benötigen. Die Eigennutzung von zusätzlichen 600 kWh/a würde 600 * 0,14 EUR =  84 EUR pro Jahr einbringen. Ein Speicher mit Laderegler, der 10 jahre hält, dürfte also maximal 840EUR kosten, wenn er 20 Jahre hält, dürfte er 1.680 EUR kosten. Tatsächlich kosten diese Systeme aber mehr als das doppelte. Das lohnt sich also nicht. 

Lohnt sich ein Elektroauto ?
Wenn wir mit den derzeit vor allem im Sommer überschüssigen ca 1200 kWh/a ein Elektroauto betanken würden, könnten wir damit bei 20 kWh/100 km ca 6.000 km weit fahren. Das wäre für unsere Stadtfahrten in Detmold und Umgebung ausreichend. Wir würden dann 168 EUR weniger Einspeisevergütung erhalten. Unser sehr sparsamen kleiner 3L-Diesel-Lupo mit seinen 3,7 l/100 km würde bei 6.000 km weniger Fahrleistung 222 Liter Diesel sparen, was ca. 240 EUR Dieselkosten (ohne MWSt) sparen würde. Der Kostenvorteil wäre also gerade mal 72 EUR pro Jahr. Damit kann der derzeit noch sehr hohe Anschaffungsaufwand eines  Elektroautos auf keinen Fall finanziert werden. Sauberer wäre es aber trotzdem und unsere Mobilität im Nahbereich bis 50 km auch sicher völlig ausreichend. In Detmold haben bereits mehrere Personen und Betriebe für den Nahbereichs- und Auslieferverkehr kleine Elektroautos, mit denen sie zufrieden sind. Insofern werden wir das vermutlich auch so machen, spätestes wenn unser braver 3-Liter-Lupo einmal nicht mehr mag. Neben den bekannten Automarken mit Ihhen meist nur "umgerüsteten" oder "Hybrid-Elektroautos mit Verbrennungs sowie Elektromotor) gibt es spezielle Elektrofahrzeuge in Detmold z.B. bei http://alternative-fahrzeugtechnologie.de/ in der Wittekindstr. 40. 

Was also tun mit dem Überschuss-Strom?
Da die investiven Maßnahmen (Batterie, E-Auto..) alle nicht darstellbar scheinen, können wir entweder weiterhin einspeisen. Dann wird unser Sonnenstrom eben anderswo genutzt. Noch mehr Freude macht es vermutlich, wenn wir in unserem Waschkeller den Mietern an sonnigen Tagen zwischen 11 und 15 Uhr den Waschmaschinenstrom und Trocknerstrom einfach schenken. Damit bewirken wir eine sonnenschein-orientierte "Lastverlagerung" ganz im Sinne der Energiepolitik mit minimalem Aufwand.